Source: OJ L, 2024/2984, 3.12.2024Current language: DE
ITS on crypto-asset white papers
DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) 2024/2984 DER KOMMISSION
vom 29. November 2024
zur Festlegung technischer Durchführungsstandards für die Anwendung der Verordnung (EU) 2023/1114 des Europäischen Parlaments und des Rates im Hinblick auf Formulare, Formate und Mustertexte für die Kryptowerte-Whitepaper
DIE EUROPÄISCHE KOMMISSION —
gestützt auf den Vertrag über die Arbeitsweise der Europäischen Union,
gestützt auf die Verordnung (EU) 2023/1114 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. Mai 2023 über Märkte für Kryptowerte und zur Änderung der Verordnung (EU) Nr. 1093/2010 und (EU) Nr. 1095/2010 sowie der Richtlinien 2013/36/EU und (EU) 2019/1937(1)ABl. L 150 vom 9.6.2023, S. 40, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2023/1114/oj., insbesondere auf Artikel 6 Absatz 11 Unterabsatz 3, Artikel 19 Absatz 10 Unterabsatz 3 und Artikel 51 Absatz 10 Unterabsatz 3,
in Erwägung nachstehender Gründe:
Erwägungsgrund 1Standardised machine-readable templates for crypto-asset white papers
Gemäß der Verordnung (EU) 2023/1114 müssen Standardformulare, Standardformate und Mustertexte für Kryptowerte-Whitepaper festgelegt werden, damit sie in einem maschinenlesbaren Format zur Verfügung gestellt werden können. Diese Mustertexte sollten Datenfelder für die Informationen enthalten, die gemäß der genannten Verordnung in die Kryptowerte-Whitepaper aufzunehmen sind.
Erwägungsgrund 2Use of legal entity identifier to avoid duplicate data
Um doppelte Anforderungen zu vermeiden und den Aufwand für die Einhaltung von Vorschriften zu verringern, kann im Kryptowerte-Whitepaper auf die Angabe von Informationen verzichtet werden, die über die betreffende Unternehmenskennung abrufbar sind, sofern im Kryptowerte-Whitepaper ein gültiger Code einer Unternehmenskennung angegeben ist. Dies betrifft folgende Informationen: Rechtsform, eingetragene Anschrift und Sitz (falls abweichend) sowie Name des Mutterunternehmens des Emittenten.
Erwägungsgrund 3Legal entity identifier for crypto-asset service provider identification
Um eine eindeutige und einheitliche Identifizierung des Anbieters von Kryptowerte-Dienstleistungen zu gewährleisten, ist zusätzlich zum Namen des Anbieters von Kryptowerte-Dienstleistungen eine Kennung des Anbieters von Kryptowerte-Dienstleistungen erforderlich. Um eine Zulassung als Anbieter von Kryptowerte-Dienstleistungen zu erhalten, ist eine Rechtsträgerkennung gemäß Artikel 62 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) 2023/1114 vorgeschrieben. Daher sollte für die Identifizierung von Anbietern von Kryptowerte-Dienstleistungen ihre Rechtsträgerkennung angegeben werden.
Erwägungsgrund 4Use of digital token identifier to avoid duplicate data
Um doppelte Anforderungen zu vermeiden und den Aufwand für die Einhaltung von Vorschriften zu verringern, kann im Kryptowerte-Whitepaper auf die Angabe von Informationen verzichtet werden, die über den betreffenden Registereintrag in der Digital Token Identifier Foundation abrufbar sind, sofern im Kryptowerte-Whitepaper eine gültige Kennung eines digitalen Tokens angegeben ist. Dies betrifft folgende Informationen: Name und Kürzel des Kryptowerts, Handelsname oder Firmenname des Emittenten und Distributed-Ledger-Technologie.
Erwägungsgrund 5XBRL markup to improve analysis and comparability
Um die Analyse und Vergleichbarkeit der Kryptowerte-Whitepaper weiter zu erleichtern, sollten sie mit Markups der eXtensible Business Reporting Language (XBRL) erstellt werden. XBRL ist ein maschinenlesbares Format, das die automatisierte Verarbeitung großer Informationsmengen ermöglicht. Es ist in verschiedenen Ländern üblich und wird dort verwendet.
Erwägungsgrund 6Inline XBRL ensuring human and machine readability
Um den Schutz von Kleinanlegern zu gewährleisten, sollten Kryptowerte-Whitepaper für Menschen lesbar und ohne spezielle Software leicht zugänglich sein. Der Einsatz der Inline XBRL-Technologie zur Einbettung von XBRL-Markups in XHTML-Dokumente ermöglicht es, solche Dokumente gleichzeitig maschinenlesbar und für Menschen lesbar zu machen.
Erwägungsgrund 7Taxonomy elements limited to standardised template fields
Die Verwendung von XBRL erfordert die Entwicklung einer Taxonomie. Im Sinne eines einheitlichen Konzepts für die Verwendung von XBRL sollten die Elemente der Taxonomie, die für die Kryptowerte-Whitepaper zu verwenden sind, ausschließlich die Felder in den standardisierten Mustertexten umfassen.
Erwägungsgrund 8ESMA publication of compliant XBRL taxonomy files
Der Zugriff auf die Taxonomie für XBRL erfolgt in Form von XBRL-Dateien („XBRL-Taxonomiedateien“), die eine strukturierte Darstellung der zu meldenden Felder bieten. Die Felder und ihr entsprechender Datentyp sollten in einer einfachen, für Menschen lesbaren Form zur Verfügung gestellt werden. Es ist wichtig, dass Personen, die ein Kryptowerte-Whitepaper erstellen, XBRL-Taxonomiedateien verwenden, die alle geltenden technischen und rechtlichen Anforderungen erfüllen. Um die Einhaltung der Vorschriften zu erleichtern und die Transparenz zu erhöhen, sollte die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) die XBRL-Taxonomiedateien auf ihrer Website in einem maschinenlesbaren und frei herunterladbaren Format veröffentlichen.
Erwägungsgrund 9Deferred application and website publication requirements
Damit ausreichend Zeit zur Verfügung steht, um die Anforderungen im Zusammenhang mit der Erstellung des Whitepapers im maschinenlesbaren Format zu erfüllen, muss der Geltungsbeginn dieser Verordnung um 12 Monate verschoben werden. Personen, die die Whitepaper erstellen, sollten verpflichtet werden, die relevanten Whitepaper auf ihren Websites in gesonderten Abschnitten mit dem Titel „Whitepaper“ entsprechend den Anforderungen der Artikel 6, 19 und 51 der Verordnung (EU) 2023/1114 bzw. der Anhänge I, II und III der genannten Verordnung ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der einschlägigen Bestimmungen der Verordnung (EU) 2023/1114 zu veröffentlichen.
Erwägungsgrund 10Regulation based on ESMA draft implementing standards
Diese Verordnung beruht auf dem Entwurf technischer Durchführungsstandards, der von der ESMA in Zusammenarbeit mit der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde ausgearbeitet und der Kommission von der ESMA vorgelegt wurde.
Erwägungsgrund 11ESMA consultation and stakeholder group advice
Die ESMA hat zu diesem Entwurf öffentliche Konsultationen durchgeführt, die damit verbundenen potenziellen Kosten- und Nutzeffekte analysiert und die Stellungnahme der nach Artikel 37 Absatz 1 der Verordnung (EU) Nr. 1095/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates eingesetzten Interessengruppe Wertpapiere und Wertpapiermärkte eingeholt(2)Verordnung (EU) Nr. 1095/2010 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 24. November 2010 zur Errichtung einer Europäischen Aufsichtsbehörde (Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde), zur Änderung des Beschlusses Nr. 716/2009/EG und zur Aufhebung des Beschlusses 2009/77/EG der Kommission (ABl. L 331 vom 15.12.2010, S. 84, ELI: http://data.europa.eu/eli/reg/2010/1095/oj). —
HAT FOLGENDE VERORDNUNG ERLASSEN:
Diese Verordnung ist in allen ihren Teilen verbindlich und gilt unmittelbar in jedem Mitgliedstaat.
Brüssel, den 29. November 2024
Für die Kommission
Die Präsidentin
Ursula VON DER LEYEN